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Wasserstoff und erneuerbare Energien: Verbündete in der Energiewende
Erneuerbare Energien bilden die Grundlage der Energiewende, reichen jedoch allein nicht aus.
Wasserstoff ist keine Alternative zu erneuerbaren Energien, sondern ein ergänzender Energieträger, der die Speicherung von Energie ermöglicht, bei der Bewältigung von Schwankungen hilft und die Dekarbonisierung von Sektoren unterstützt, die sich nur schwer elektrifizieren lassen. Um die Zukunft der Energiesysteme zu verstehen, ist es unerlässlich zu begreifen, wie diese beiden Elemente zusammenwirken.
Warum Wasserstoff und erneuerbare Energien nicht miteinander konkurrieren
Wasserstoff und erneuerbare Energien stehen nicht in Konkurrenz zueinander: Sie erfüllen unterschiedliche, sich ergänzende Rollen innerhalb desselben Energiesystems. Die Vorstellung, dass zwischen beiden ein Zielkonflikt bestehe, rührt oft von einer zu stark vereinfachten Darstellung her: Erneuerbare Energien werden als Ersatz für fossile Brennstoffe dargestellt, während Wasserstoff als konkurrierende Technologie angesehen wird. In Wirklichkeit wirken sie auf unterschiedlichen Ebenen.
Erneuerbare Energien – insbesondere Wind- und Solarenergie – sind Primärenergiequellen. Sie erzeugen Strom direkt aus natürlichen Ressourcen. Wasserstoff hingegen ist ein Energieträger: Er ist keine Energiequelle, sondern ein Mittel zur Speicherung, zum Transport und zur Nutzung von Energie, die an anderer Stelle erzeugt wurde. Laut der Internationalen Energieagentur ist die Entwicklung von emissionsarmem Wasserstoff eng mit der Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energien verbunden.
Sogenannter grüner Wasserstoff – hergestellt durch Elektrolyse, die mit erneuerbaren Energien betrieben wird – ist einer der wichtigsten Wege zur Dekarbonisierung von Sektoren, in denen eine direkte Elektrifizierung entweder schwierig oder ineffizient ist. Seine Rolle dürfte in den kommenden Jahrzehnten erheblich zunehmen, insbesondere in industriellen Anwendungen und im Schwerlastverkehr.
Hier werden die Grenzen der direkten Elektrifizierung deutlich. Zwar ist sie in vielen Anwendungsfällen – wie beispielsweise in Gebäuden und im Leichtverkehr – die effizienteste Lösung, doch ist sie nicht immer technisch oder wirtschaftlich realisierbar. Sektoren wie die Stahlherstellung, die Schwerchemie, der Seeverkehr und die Luftfahrt erfordern eine hohe Energiedichte oder spezifische chemische Prozesse, die sich mit Strom allein nicht ohne Weiteres realisieren lassen.
In diesem Zusammenhang ist Wasserstoff keine Alternative zu erneuerbaren Energien – er ist ein Mittel, um deren Reichweite zu vergrößern.
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Erneuerbare Energien: Die Grundlage der Energiewende und ihre Grenzen
Erneuerbare Energien sind heute das Rückgrat der globalen Energiewende. In den letzten Jahren haben Wind- und Solarenergie ein beispielloses Wachstum erlebt und sind zu den dynamischsten Quellen im Energiemix geworden. Diese Beschleunigung wurde sowohl durch sinkende Technologiekosten als auch durch weltweit immer ehrgeizigere Dekarbonisierungsmaßnahmen vorangetrieben.
Ihre Rolle bei der Emissionsreduzierung ist daher zentral und unersetzlich. Erneuerbare Energien sind der wichtigste Hebel zur Senkung der Emissionen im Energiesektor, der nach wie vor den größten Anteil an den weltweiten CO₂-Emissionen ausmacht. Doch gerade ihre Natur bringt eine strukturelle Herausforderung mit sich.
Im Gegensatz zu konventionellen Energiequellen sind Wind- und Solarenergie von Natur aus intermittierend und nicht regelbar. Sie erzeugen Strom, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint – nicht unbedingt dann, wenn der Bedarf am höchsten ist. Da ihr Anteil am Energiemix weiter wächst, entsteht ein zunehmendes Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch.
Das Ergebnis ist ein Energiesystem, in dem zu bestimmten Zeiten erneuerbarer Strom im Überfluss vorhanden ist, aber nicht vollständig genutzt werden kann, während er zu anderen Zeiten möglicherweise nicht ausreicht. In solchen Fällen kommt es zu Einspeisebeschränkungen – der gezielten Reduzierung der erneuerbaren Erzeugung, um die Netzstabilität aufrechtzuerhalten. Mit anderen Worten: ein Teil der verfügbaren sauberen Energie bleibt ungenutzt.
Da die Kapazitäten für erneuerbare Energien weiter ausgebaut werden, wird sich dieses Problem noch verschärfen. Dies verdeutlicht einen entscheidenden Punkt: Die Erzeugung sauberer Energie reicht nicht aus. Sie muss auch effizient gesteuert, gespeichert und verteilt werden. Genau in dieser Lücke – zwischen Erzeugung und Nutzung – entsteht ein neuer Bedarf an Flexibilität sowie neue technologische Möglichkeiten, darunter auch die Rolle von Wasserstoff.
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Die Rolle von Wasserstoff: Speicherung, Flexibilität und die Erschließung des Potenzials erneuerbarer Energien
Wasserstoff verwandelt eine der größten Herausforderungen erneuerbarer Energien – die Schwankungen – in eine Chance auf Systemebene. Das Prinzip ist einfach: Wenn die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie den Bedarf übersteigt, kann dieser Überschussstrom in Wasserstoff umgewandelt werden, anstatt die Produktion zu drosseln. Dies ist die Grundlage des sogenannten Power-to-Hydrogen.
Durch Elektrolyse wird erneuerbarer Strom genutzt, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten, wodurch ein Energieträger entsteht, der gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden kann. Dieser Prozess ist einer der wichtigsten Hebel, um einen höheren Anteil erneuerbarer Energien in die Energiesysteme zu integrieren, Verschwendung zu reduzieren und die Gesamteffizienz zu verbessern. Gleichzeitig stärkt er die Energiesicherheit, indem er die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringert und die Fähigkeit der Energiesysteme verbessert, die heimische Produktion und Versorgung zu steuern.
Der entscheidende Vorteil von Wasserstoff gegenüber anderen Speicherlösungen liegt in seiner Skalierbarkeit. Batterien spielen eine entscheidende Rolle beim kurzfristigen Netzmanagement – beispielsweise bei der Frequenzstabilisierung oder der Bewältigung stündlicher Schwankungen –, werden jedoch weniger effizient und kostspieliger, wenn es darum geht, große Energiemengen über längere Zeiträume zu speichern. Wasserstoff hingegen ermöglicht die Speicherung im industriellen Maßstab und über saisonale Zeiträume hinweg, wodurch er sich besonders gut zum Ausgleich von Energiesystemen mit hohen Anteilen an erneuerbaren Energien und zur Verbesserung ihrer Gesamtsicherheit eignet.
Über die Speicherung hinaus erhöht Wasserstoff die Systemflexibilität erheblich. Er kann genutzt werden, um gespeicherte Energie bei Spitzenbedarf wieder in Strom umzuwandeln, oder er kann transportiert und direkt in industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Diese Fähigkeit, Energie über einen längeren Zeitraum zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben, ist auch ein entscheidender Faktor für die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Energieinfrastruktur, insbesondere in Kontexten, die durch Marktvolatilität oder geopolitische Instabilität gekennzeichnet sind.
Die Clean Hydrogen Partnership hebt hervor, dass viele dieser Lösungen bereits eingesetzt werden, mit Projekten, die Elektrolyseure, erneuerbare Energieerzeugung und bestehende Energieinfrastruktur integrieren. Das Ziel ist es, Systeme aufzubauen, in denen Elektronen und Moleküle zusammenwirken und so sowohl die Widerstandsfähigkeit als auch die Effizienz verbessern.
In diesem Zusammenhang ist die Energiewende nicht nur eine ökologische Herausforderung, sondern auch eine industrielle und strategische – mit dem Ziel, mehr Sicherheit, Autonomie und langfristige Stabilität zu gewährleisten, wobei Wasserstoff eine zentrale Rolle spielt.
Ein vektorübergreifendes Energiesystem: Elektronen und Moleküle im Zusammenspiel
Das Energiesystem der Zukunft wird nicht auf einer einzigen Lösung beruhen, sondern auf einer integrierten Kombination verschiedener Energieträger. In diesem Modell bleibt Strom aus erneuerbaren Quellen für viele Endverbrauchsbereiche die effizienteste Option, während Wasserstoff und seine Derivate den Einsatzbereich erneuerbarer Energien auf Anwendungen ausweiten, in denen eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist.
Dies ist die Logik hinter dem Konzept eines multivektoralen Energiesystems, in dem „Elektronen“ und „Moleküle“ nebeneinander bestehen und sich gegenseitig ergänzen. Strom eignet sich gut für Anwendungen wie Gebäude, leichte Mobilität und Teile der Industrie. Es gibt jedoch Sektoren – darunter Stahlherstellung, Zementproduktion, Schwerchemie, Seeverkehr und Luftfahrt –, in denen der Energiebedarf hinsichtlich Temperatur, Energiedichte oder spezifischer chemischer Prozesse die direkte Nutzung von Strom erschwert oder ineffizient macht.
Hier kommt das Power-to-X-Paradigma ins Spiel. Erneuerbarer Strom kann in eine Reihe von Energieträgern umgewandelt werden – nicht nur in Wasserstoff (Power-to-Hydrogen), sondern auch in synthetische Kraftstoffe (E-Kraftstoffe), Methanol und Ammoniak. Diese Produkte können innerhalb der bestehenden Infrastruktur transportiert, gespeichert und genutzt werden, wodurch der Übergang voranschreiten kann, ohne dass eine vollständige Umgestaltung der derzeitigen Systeme erforderlich ist.
Von der Theorie zur Praxis: Die Integration ist bereits im Gange und ein Ausblick auf die Zukunft
Die Integration von erneuerbaren Energien und Wasserstoff ist längst kein theoretisches Konzept mehr, sondern nimmt bereits im industriellen Maßstab Gestalt an. In den letzten Jahren hat die Zahl der Projekte, die erneuerbare Energieerzeugung, Elektrolyse und Wasserstoffnutzung branchenübergreifend kombinieren, deutlich zugenommen. Diese Initiativen belegen die technische und wirtschaftliche Tragfähigkeit eines mehrgleisigen Ansatzes.
In diesem Zusammenhang spielen Elektrolysetechnologien eine entscheidende Rolle. Die Fähigkeit, Wasserstoff effizient, zuverlässig und im industriellen Maßstab zu produzieren, ist eine Voraussetzung für die Nachhaltigkeit des gesamten Systems. Die Verbesserung der Elektrolyseurleistung, die Verlängerung der Betriebslebensdauer und die Senkung der Kosten bleiben zentrale technologische Herausforderungen – aber es sind auch Bereiche, in denen rasante Fortschritte erzielt werden.
Hier leisten Unternehmen, die sich auf fortschrittliche elektrochemische Lösungen spezialisiert haben, einen spürbaren Beitrag. Immer effizientere, skalierbare und systemintegrierte Technologien ermöglichen die kontinuierliche und zuverlässige Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff und unterstützen den Übergang von Pilotprojekten zum breiten industriellen Einsatz.
Mit Blick auf die Zukunft zeichnet sich ein zunehmend vernetztes, flexibles und widerstandsfähiges Energiesystem ab, in dem Technologien nicht miteinander konkurrieren, sondern zusammenwirken. Erneuerbare Energien werden als primäre Stromquelle weiter ausgebaut, während Wasserstoff deren Reichweite erweitert und so die Dekarbonisierung selbst in den anspruchsvollsten Sektoren ermöglicht.
Die Zukunft der Energiewende wird nicht durch die Wahl zwischen konkurrierenden Technologien bestimmt, sondern durch deren Integration. Durch die Synergie zwischen erneuerbaren Energien und Wasserstoff lässt sich ein Modell entwickeln – eines, das Nachhaltigkeit, Energiesicherheit und industrielle Entwicklung vereint.
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